Du tuasch mi lei oi …
MOBBING
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Mobbing

„In der Fria, wenn i aufstea, hon i Bauchwea und Ongst vorn Tog – und i hon a Ongst vor morgen und die Tog noch morgen. Der Bauchwea geat net wek. De Ongst, i scham mi so… Kuaner hilft mir. Ollm wieder wünsch i mir nimmer zu leben – nimmer leben zu miasen.
I will nimmer hingiahn, nimmer ausigiahn, i wer ollm lei fertiggmocht.“

Wer Mobbing nicht „am eigenen Leib“ erfahren hat, kann sich nur schwer vorstellen, wie sich Betroffene fühlen und wie sehr diese leiden. Es gibt weder ein typisches Mobbingopfer noch allgemeine Verhaltensregeln, um sich vor Mobbing und seinen Folgen zu schützen. Mobbing kann jeden treffen: das Kind in der Schule, das Mädchen vom Turnverein, den Jungen vom Sportverein, den Arbeitskollegen, den Klarinettenspieler der Musikkapelle, die Nachbarin, die Seniorin im Altersheim.

Kurzdefinition Mobbing

Mobbing unterscheidet sich deutlich von gelegentlichen Streitereien, Auseinandersetzungen und oft auch lautstarken Diskussionen.
Unter Mobbing versteht man ein anhaltendes Verhalten, das durch Schikane, Quälerei, Anfeindung und Diskriminierung gekennzeichnet ist. Dabei greifen eine oder mehrere Personen (Täter oder Mobber) über einen längeren Zeitraum direkt oder indirekt eine unterlegene Person (Mobbing-Opfer) an. Das Ziel von Mobbing ist es, jemanden systematisch fertigzumachen und auszugrenzen.
Wer gemobbt wird, sieht keine Möglichkeit, sich gegen die dadurch entstehende Diskriminierung zu wehren, fühlt sich schuldig und schämt sich meist.  Menschen beteiligen sich an Mobbing, indem sie mitmachen, zuschauen oder auch wegschauen (Mitläufer, Zuschauer, Wegschauer). Es findet im Geheimen oder vor den Augen Vieler (z.B. in der Schulklasse, im Sportverein, am Arbeitsplatz, im Seniorenheim oder im Internet) statt.
Mobbing geschieht immer mit Absicht und geplant.

Warum Mobbing

Menschen mobben andere Menschen, um sich überlegen zu fühlen und ihr Selbstvertrauen auf Kosten anderer zu stärken. Sie haben meist das Bedürfnis, sich größer zu fühlen, weil sie tatsächlich gar nicht so groß sind. Manche Täter waren selbst Mobbingopfer. Mobber haben oft Angst vor Fremdartigen und vor Dingen die sie nicht kennen. Angst, den eigenen Status nicht halten zu können, Angst nicht zu genügen. Jeder kann zum Mobber werden. Eine spitze Bemerkung zur neuen Frisur der Arbeitskollegin, dort ein Kommentar über das Aussehen eines Freundes, ein Witz, der auf Kosten eines Bekannten geht – und schon wurde eine Person durch Lästerei ins Abseits gedrängt. Werden Personen regelmäßig über einen längeren Zeitraum schikaniert, spricht man bereits von Mobbing.  Mobbing hat so viele Facetten, dass man oft selbst nicht merkt, wie sehr Gesagtes oder auch nicht Gesagtes andere verletzen kann.

Mögliche Auslöser von Mobbing

Formen von Mobbing

Körperliches Mobbing wird auch direktes Mobbing genannt. Es handelt sich um die sichtbarste Version von Mobbing. Opfer werden geschlagen, getreten, eingeschüchtert, bedroht, erpresst, bespuckt und vieles mehr. Auch verschwundene oder zerstörte Gegenstände, welche dem Opfer gehören, wie Schulhefte, Terminkalender, Jacken usw. sind Ausdruck direkten Mobbings. Körperliches Mobbing verursacht sowohl kurz- als auch langfristige Schäden beim Opfer.

Verbales Mobbing wird auch indirektes Mobbing genannt. Vermeintliche Witze, die das Opfer demütigen, Beleidigungen, Ausgrenzung, Drohungen, Einschüchterungen, Nachäfferei, rassistische, homophobe oder sexuelle Äußerungen, Gerüchte oder Lügen werden beim verbalen Mobbing über das Opfer verbreitet.  

Cybermobbing ist heute die häufigste Form von Mobbing. Der Begriff bezieht sich auf ein für das Opfer schädliches Verhalten, das über digitale Medien ausgeübt wird. Lügen, falsche Gerüchte, Beleidigungen, gefälschte Bilder oder Videos werden über E-Mail, Textnachrichten und den sozialen Netzwerken verbreitet. Identitäten werden gestohlen, um damit Opfer zu schädigen.

Mehr Informationen zu Cybermobbing findest du auf: saferinternet.at/cyber-mobbing

Belästigende Kommentare oder ungewollter und aufgedrängter Körperkontakt, vulgäre Gesten, sexistische Witze, unangemessene Bilder oder Videos, sexuelle Botschaften und unangebrachte Kommentare sind sexuelles Mobbing. Der Fokus des Täters liegt dabei auf Dingen wie die sexuelle Orientierung, die sexuelle Aktivität, das Aussehen oder auf Körperteilen von Personen.
Sexuelle Belästigung und Mobbing sind sehr ähnlich – beide beinhalten unerwünschte sexuelle Kommentare, Aufmerksamkeit oder physischen Kontakt. Aber wie jeder, der gemobbt wird, fühlen sich Menschen, die sexuell belästigt werden, bedroht, verängstigt und unter einem enormen emotionalen Stress. 

Vorgesetzte wenden verschiedene Formen von psychischer Gewalt und Drangsalierung gegen Mitarbeiter an.

Beim Mobbing in der Schule hat sich der Begriff Bullying etabliert, was das Ärgern und Schikanieren von Mitschülern untereinander beschreibt.

Obsessives Verfolgen, Belästigen und Bedrohen, das Ausspionieren und Überwachen einer Person, deren Sicherheit dadurch bedroht wird, nennt man Stalking. Dabei sind die Opfer meist weiblich und die Täter oft männlich. In manchen Fällen wird nicht vor körperlicher Gewalt gegenüber dem Opfer zurückgeschreckt. Opfer leiden unter Umständen ein Leben lang unter den psychischen Folgen von Stalking.

Mobbing im Allgemeinen wird strafrechtlich nicht verfolgt. ABER: Sehr viele Bestandteile von Mobbing, wie Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung, Diebstahl, Erpressung, Verleumdung, Beleidigung und üble Nachrede sind Strafbestände. All das kann zur Anzeige gebracht werden.
Bestandteile von Mobbing können auch unter das Gesetz Nr. 69 vom 19. Juli 2019, den sogenannten „Codice Rosso“, fallen.

Zusammenfassung des “Codice Rosso”

Der „Codice Rosso“ ist das Gesetz Nr. 69 vom 19. Juli 2019, “Modifiche al codice penale, al codice di procedura penale e altre disposizioni in materia di tutela delle vittime di violenza domestica e di genere”. Das Gesetz trat am 9. August 2019 in Kraft.

Zusammenfassung des Gesetzestextes:

Im Verfahrensbereich ist für untenstehende Straftaten ein zeitnaher Beginn des Strafverfahrens eingeführt worden, um schnellere und konkretere Opferschutzmaßnahmen einleiten zu können. Zum Beispiel muss ein Opfer dieser Straftaten spätestens innerhalb 3 Tagen nach Anzeige von der Staatsanwaltschaft angehört werden. Dies gilt bei:

  • Missbrauch in der Familie
  • Stalking
  • Sexuelle Gewalt

Weiters wurden durch das neue Gesetz vier neue Straftaten eingeführt:

– die illegale Verbreitung sexuell eindeutiger Bilder oder Videos, ohne Zustimmung der dargestellten Personen (sogenannter revenge porn). Die Strafe gilt auch für diejenigen, die die Bilder/Videos anderweitig erworben haben, um den „Protagonisten“ zu schaden. Art. 612 ter c.p.

– das Verbrechen der Veränderung des Aussehens der Person durch dauerhafte Gesichtsverletzungen. Art. 583 quinquies c.p.

– das Verbrechen der Zwangsverheiratung oder der erzwungenen Ehe. Art. 558 bis c.p.

– der Verstoß gegen die Maßnahmen zur Entfernung vom Familienheim und gegen das Verbot, sich den von der betroffenen Person frequentierten Orten zu nähern (Annäherungsverbot) Art. 387 bis c.p. Die Strafen für Häusliche Gewalt, Stalking, sexuelle Gewalt, sexuelle Gewalt an Minderjährigen und Gruppenvergewaltigung wurden empfindlich erhöht. Link zum „Codice rosso“: https://www.gazzettaufficiale.it/eli/id/2019/07/25/19G00076/sg

Mobbing geht uns alle an

Täter/Mobber – er wird durch die Mitläufer und Zuschauer in seinem Tun bestärkt
Mitläufer – sie unterstützen den Täter, feuern ihn an und ermutigen ihn
Zuschauer – sie unterstützen den Täter dadurch, dass sie um die Situation wissen, aber nichts dagegen unternehmen
Wegschauer – sie haben meist Angst, selbst Opfer zu werden, und wollen sich nicht einmischen, unterstützen so aber die Mobbingsituation
Opfer – das Opfer ist ohne Unterstützung von außen (Freunde, Eltern, Lehrer, Kollegen…) nicht in der Lage, sich aus der Situation zu befreien

Folgen von Mobbing

Das kannst du tun

Du wirst gemobbt? Egal ob in der Schule, im Beruf, im Verein oder in der Nachbarschaft: Lass dir das nicht gefallen, denn du trägst keine Schuld daran! Hole dir Hilfe und vertrau dich jemanden an! Es gibt in jeder Mobbingsituation eine Lösung!

Du wirst Zeuge einer Mobbingsituation? Habe Zivilcourage, schau nicht weg und habe keine Angst. Steh dem Opfer bei und hole Hilfe! Niemand hat das Recht, andere auszugrenzen und zu mobben!

Hier erhältst du Hilfe

Bitte wende dich an eine Vertrauensperson, ob Eltern, Verwandte, Lehrer, Freunde, Betreuer, oder Jugendarbeiter, bitte vertrau dich jemanden an. Hole dir Unterstützung und Hilfe!

Young & Direct
Tel.: 0471 1551551, WhatsApp: 345 0817 056
Homepage: https://www.young-direct.it/de/; E-Mail: online@young-direct.it
Montag bis Freitag von 14.30 bis 19.30

telefono amico BZ
Tel.: 800 851097
Homepage: http://www2.telefonoamico.it/; Onlineberatung: mail@mica auf www.telefonoamico.it
täglich von 15.00 bis 00.00

Kinder- und Jugendanwaltschaft
Cavourstraße 23/c, Bozen, Tel.: 0471 946050
Homepage: https://www.kinder-jugendanwaltschaft-bz.org/; E-Mail: info@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org

 

Erkennen Sie Veränderungen bei ihrem Kind? Sprechen sie mit ihm, wenden Sie sich an die Schule und andere Eltern, lassen Sie das Kind nicht alleine!

Liste Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen Südtirol
Homepage: http://bit.ly/2sw1NEP

Telefonseelsorge der Caritas
Tel.: 0471 052 052
Homepage: http://bit.ly/37KWku8
(täglich rund um die Uhr, auch sonn- und feiertags)
Online Beratung: www.telefonseelsorge-online.bz.it

Kinder- und Jugendanwaltschaft
Cavourstraße 23/c, Bozen, Tel.: 0471 946050
Homepage: https://www.kinder-jugendanwaltschaft-bz.org/; E-Mail: info@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org

 

Bitte hole dir Hilfe!
Bei Mobbing von Vorgesetzten im Arbeitskontext (Bossing) kannst du dich für eine Erstberatung auch an dein Patronat wenden.

Liste Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen Südtirol
Homepage: http://bit.ly/2sw1NEP

Telefonseelsorge der Caritas
Tel.: 0471 052 052
Homepage: http://bit.ly/37KWku8
(täglich rund um die Uhr, auch sonn- und feiertags)
Online Beratung: www.telefonseelsorge-online.bz.it

Familienberatung fabe
Rennweg 6, Meran, Tel.: 0473 210612
Homepage: https://familienberatung.it/
E-Mail: meran@familienberatung.it
Telefonzeiten und Öffnungszeiten ohne Terminabsprache:
Mo 11-12 Uhr; Di 10-12 Uhr; Mi 11-12 Uhr; Do 10-12 Uhr
Mo – Do 15-16 Uhr

Lilith Meran
Marlinger Straße 29, Meran, Tel.: 0473 212545
Homepage: https://lilithmeran.com/
E Mail: info@lilithmeran.com

PM Kolbe
Freiheitsstraße, 106, Meran, Tel.: 0473 233411
Homepage: https://www.consultoriokolbe.it/?lang=de
E Mail: kolbemerano@yahoo.it

Fachstelle:
Forum Prävention
Talfergasse 4, Bozen, Tel.: 0471 324 801
Homepage: https://www.forum-p.it/de

 

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