I pocks NIMMER -
DEPRESSION
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Depression – I pocks NIMMER

Im Kreis gegangen

Ich habe das Träumen verlernt
und ich habe verlernt, mich am Spiel der Wolken zu erfreuen.
Ich habe verlernt, den Moment des Daseins zu genießen und bis zur Ewigkeit zu dehnen.

Ich gehe gebeugt unter der Last des Tages,
so kann ich weder Horizont noch Sonne sehen.
Ich bin im Kreis gegangen und habe es nicht bemerkt.

Wie lange schon?
Ich weiß es nicht …

Benno Blues

Kurzdefinition Depression

Eine Depression ist eine weit verbreitete psychische Krankheit die jede*n treffen kann. Meist sind Frauen häufiger davon betroffen als Männer. Depressionen sind nach Angststörungen die zweithäufigste psychische Störung in Europa. Wer daran erkrankt, leidet unter einer anhaltenden und tiefen Herabgestimmtheit, gekennzeichnet durch Traurigkeit, Müdigkeit, Mutlosigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Schuldgefühlen.
Eine Depression unterscheidet sich von üblichen Zuständen der Erschöpfung, der tiefen Müdigkeit, der Mutlosigkeit und von Traurigkeit, die durch konkrete Ereignisse wie zum Beispiel Überlastung bei der Arbeit, Mehrfachbelastung, Wechseljahre oder Tod eines Angehörigen entstehen. Solche “Stimmungstiefs” kennt jede*r.
Eine unbehandelte Depression dagegen bessert sich in der Regel nicht von selbst. Eine Depression kann verschiedenste Ursachen haben und völlig unabhängig von äußeren Umständen, über einen längeren Zeitraum oder wiederkehrend, auftreten.
Betroffene sind in ihrem Alltag stark beeinträchtigt.
Einer Depression liegt kein persönliches Versagen zugrunde, aber sie kann von einer Vielzahl von Faktoren, die oft nicht sichtbar sind, ausgelöst werden. Sie kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Beruf und sozialem Stand.
Sie ist keine „Einbildung“, sondern eine häufige, manchmal lebensbedrohliche Erkrankung, die sehr gut von Fachleuten interdisziplinär behandelt werden kann.
Eine Depression kann über längere Zeit oder wiederkehrend auftreten und die Fähigkeit einer Person zu arbeiten, zu lernen oder einfach zu leben, stark beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann eine Depression zum Suizid führen.

Depression in Südtirol

In Südtirol sind etwa 3,5% der Bevölkerung von einer Depression betroffen (Durchschnitt Italien 5,9%). Bei den über 65jährigen Bürger*innen liegt der Prozentsatz bei 9,5% (Durschnitt Italien 14,4%). Südtirol liegt dabei weit unter dem Durchschnitt Italiens. Schätzungen zufolge leiden weltweit etwa 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig davon betroffen wie Männer. Aus Schamgefühl, Verdrängung oder Unwissenheit suchen viele Betroffene keinen Arzt auf. Zahlen und Bilder der PASSI–Studie und der Astat Studie entnommen.

Körperliche/seelische Symptome einer Depression

Kriterien einer Depression

Formen von Depression

Nach tiefgreifenden schwierigen Erlebnissen bzw. Einschnitten im Leben kann es zu reaktiven depressiven Symptomen kommen, z.B. nach dem Tod eines Angehörigen, nach Arbeitsplatzverlust, Rentenschock, nach Heimatverlust, z.B. wenn Menschen aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen werden und natürlich als Reaktion auf ein Trauma. Diese Reaktionen sind durchaus normal und können durch emotionale Aufarbeitung der Veränderungen gelöst werden.

Nach einer Geburt sind manche Mütter niedergeschlagen und leiden unter Stimmungsschwankungen. Aus einem „Baby Blues“ entwickelt sich eine Wochenbettdepression (postnatale Depression). Dabei können sich Mütter so schlecht fühlen, dass es ihnen schwerfällt, sich um ihr Kind zu kümmern. Dies wiederum erzeugt Selbstvorwürfe und Schuldgefühle, auch dem Baby gegenüber. Die Symptome dieser Wochenbettdepression unterscheiden sich kaum von denen einer klinischen Depression, wie sie auch in anderen Lebensphasen auftreten kann, und muss dringend fachärztlich behandelt werden.

Dabei handelt es sich um eine depressive Verstimmung milder Ausprägung, die teilweise über Jahre anhalten kann. Betroffene sind von ihrer Grundstimmung eher grüblerisch, pessimistisch und oft von Selbstzweifeln geplagt und fühlen sich unzufrieden und unwohl. Die Beschwerden schwanken von Tag zu Tag und Woche zu Woche. Wenn die Beschwerden mindestens zwei Jahre andauern, spricht man von einer chronischen depressiven Verstimmung.

Einige Menschen entwickeln saisonal bedingte depressive Verstimmungen bzw. Depressionen, welche vor allem in der dunkeln Jahreszeit auftreten.

Leidet jemand mehr als zwei Wochen unter mehreren typischen Anzeichen wie Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Freudlosigkeit spricht man von einer Depression. Je nachdem, wie viele Symptome auftreten und wie stark sie sind, unterscheidet man zwischen einer leichten, mittleren oder schweren Depression. Depressive Phasen können einmalig oder wiederholt auftreten. Dauern die Beschwerden mindestens zwei Jahre an, spricht man von chronischen Depression.

Leidet jemand unter einer Bipolaren Störung, wechseln sich Depression und Manie phasenweise ab. Diese Phasen dauern von einigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten und die Zeit zwischen den einzelnen Phasen kann variieren. Während einer manischen Phase scheint alles möglich zu sein. Die Stimmung ist deutlich gehoben, Antrieb und körperliche Aktivität sind stark gesteigert, man fühlt sich euphorisch und enthemmt, manchmal aggressiv und schläft wenig. Diese Phase ist durch äußerste Hochstimmung gekennzeichnet, die in keinem Verhältnis zu einem vorausgegangenen Ereignis steht und Betroffene handeln oft rücksichtslos und impulsiv.
Die manische Phase wird von einer depressiven Phase abgelöst. Die Stimmung verschlechtert sich drastisch, Betroffene fühlen sich niedergeschlagen und pessimistisch, energie- und antriebslos. Die Welt wird kalt und grau.  
Manische und depressive Phasen manifestieren sich zum Teil mit großen zeitlichen Abständen oder können fließend ineinander übergehen.

Mögliche Auslöser einer Depression

Die Entstehung einer Depression ist nie nur mit einem einzigen Auslöser verbunden. Vielmehr treten körperliche und genetische Einflüsse mit sozialen und psychischen Auslösern in Wechselwirkung und verstärken sich gegenseitig.

Mögliche Auslöser, die sich wie oben bereits beschrieben, wechselseitig verstärken können, sind:

  • chronischer Stress, Traumata und „life changing events“, das sind einschneidende Lebensereignisse (Tod eines Angehörigen, Geburt eines Kindes, Unfall, Berentung…), sowie belastende Lebensumstände (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Konflikte…). Sie erhöhen die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Dieses Hormon verursacht Verhaltensveränderungen wie vermehrte Angst, Schlaf- und Denkstörungen oder Appetitschwankungen.
  • ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Serotonin und/oder Noradrenalin im Gehirn. So können Sinneseindrücke nicht mehr optimal verarbeitet werden, das schlägt sich in den Gefühlen und Gedanken der Betroffenen nieder.
  • Hormonveränderungen und Hormonstörungen (wie die Wechseljahre oder die Einnahme der Antibabypille).
  • Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Parkinson, Tumor- und Infektionserkrankungen.
  • genetische Faktoren zur Anfälligkeit von Depressionen (vermehrtes Auftreten in Familiengeschichten).
  • eine hohe Leistungsorientierung und eine stark perfektionistische und selbstkritische Haltung. Diese erhöhen ebenso die Anfälligkeit für Depressionen.
  • anhaltendes Mobbing.
  • Lichtmangel (Winterdepression).

Mutmach-Bingo: Depression

Das tut dir gut

Sorge dich um dich selbst. Was tut dir gut, was schadet dir? Was empfindest du als positiv? Wer oder was schwächt dich? Überlege dir, was dir guttut und mache eine Liste mit diesen Punkten. Diese Liste ist in depressiven Phasen hilfreich für dich. Versuche vermehrt, das zu tun was dich stärkt. Linderung kann auch in kleinen Schritten eintreten. Die Liste wirkt unterstützend, ersetzt aber keine Psychotherapie oder ärztliche Hilfe. Es empfiehlt sich bei dieser Erkrankung ein interdisziplinäres Team. In schwierigen Fällen bedarf es unter Umständen auch einer medikamentösen Therapie.

Informiere dich über die Krankheit. Das kann dir Mut geben und etwas von der Angst nehmen. Je besser du informiert bist, umso weniger gewinnen depressive Gefühle und Gedanken die Kontrolle über dich. Sehr gute Info-Seite: https://depressionende.de/

Vertraue. Eine Depression geht oft mit mangelndem Selbstvertrauen einher, umso wichtiger ist es in dieser Lage Angehörigen und Ärzten zu vertrauen. Sprich mit Vertrauten, suche dir professionelle Hilfe. Nicht jede Therapiemöglichkeit und nicht jedes Medikament hilft dem Einzelnen gleichermaßen, aber mit professioneller Hilfe hast du die Möglichkeit, das Richtige für dich zu finden.

Nimm Hilfe in Form einer Psychotherapie an. Dabei erlernst du Strategien, um Probleme anders zu sehen und neu mit ihnen umzugehen. Du lernst auch, dich selber besser zu akzeptieren und erkennst, dass du Andere nicht ändern kannst. Das einzige, was du ändern kannst, bist du selbst.

Schließe dich einer Selbsthilfegruppe an. Zu wissen, dass man mit der Krankheit nicht alleine ist, und der Austausch mit Betroffenen unterstützen dich in der Genesung. Informationen und Hilfe in Südtirol: https://www.ariadne.bz.it

Die Rolle der Angehörigen ist für Betroffene unglaublich wichtig. Ob es sich dabei um den Partner, Familienangehörige, Freunde oder Arbeitskollegen handelt, ist egal. Das soziale Umfeld erkennt eine Depression unter Umständen schneller als der Betroffene, man kann sich besser informieren, als Betroffene es meist imstande sind. Angehörige haben die Möglichkeit, Betroffene zu unterstützen, zu ermutigen, Hilfe zu organisieren und sie zu begleiten.

Angehörige sollten aber auch auf die Selbstfürsorge achten. Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Wut, Verzweiflung oder Traurigkeit auszuhalten ist nicht einfach. Ein gesundes Maß an Distanz und ein “für sich selber sorgen” ist fundamental, um für den depressive Angehörigen da sein zu können.

Beispiele dafür, was dir gut tun kann

Hier erhältst du Hilfe

In Notfällen ist erstmal das Überleben wichtig. Viel zu häufig enden Notfallsituationen mit Suizid. Hole dir Hilfe! Du kannst und musst nicht alleine durch eine Depression durch.

Erste Ansprechpartner sind Hausärzte, Psychologen und Psychotherapeuten.

Liste Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen Südtirol
Homepage: www.psibz.org

Young & Direct
Tel.: 0471 1551551, WhatsApp: 345 0817 056
Homepage: https://www.young-direct.it/de/; E-Mail: online@young-direct.it
Montag bis Freitag von 14.30 bis 19.30

Telefonseelsorge der Caritas
Tel.: 0471 052 052
Homepage:http://bit.ly/37KWku8
(täglich rund um die Uhr, auch sonn- und feiertags)
Online Beratung: www.telefonseelsorge-online.bz.it

telefono amico BZ
Tel.: 800 851097
Homepage: http://www2.telefonoamico.it/; Onlineberatung: mail@mica auf www.telefonoamico.it
täglich von 15.00 bis 00.00

Familienberatungsstellen:

Familienberatung
Rennweg 6, Meran, Tel.: 0473 210612
Homepage: https://familienberatung.it/; E-Mail: meran@familienberatung.it
Telefonzeiten und Öffnungszeiten ohne Terminabsprache:
Mo 11-12 Uhr; Di 10-12 Uhr; Mi 11-12 Uhr; Do 10-12 Uhr
Mo – Do 15-16 Uhr

Lilith Meran
Marlinger Straße 29, Meran, Tel.: 0473 212545
Homepage: https://lilithmeran.com/; E Mail: info@lilithmeran.com

PM Kolbe
Freiheitsstraße, 106, Meran, Tel.: 0473 233411
Homepage: https://www.consultoriokolbe.it/?lang=de; E Mail: kolbemerano@yahoo.it

In Notfällen ist erstmal das Überleben wichtig. Viel zu häufig enden Notfallsituationen mit Suizid. Hole dir Hilfe! Du kannst und musst nicht alleine durch eine Depression durch.

Erste Ansprechpartner sind Hausärzte, Psychologen und Psychotherapeuten.

Liste Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen Südtirol
Homepage: www.psibz.org

Verband Ariadne – für die psychische Gesundheit aller     
Bozen, G.-Galilei-Straße 4a, Tel.: 0471 260 303 
Homepage: www.ariadne.bz.it

Verein Lichtung
Bruneck, Dantestraße 4, Tel. 0474 530266 oder Tel. 333 4686 220
Homepage: http://www.lichtung-girasole.com

Dachverband für Soziales und Gesundheit
Bozen,  Dr.-Streiter-Gasse 4, Telefon: 0471 188 6236
Homepage: www.selbsthilfe.bz.it  

Therapiezentrum Bad Bachgart
Rodeneck, St. Pauls 56, Telefon: 0472 887 611
E-Mail: badbachgart@sabes.it

Psychiatrischer Dienst
Sekretariat: Haus Basaglia, Nazario-Sauro-Str. 8, Meran, Tel.: 0473 251 700
E Mail: zpg_csm@sabes.it

Psychiatrischer Dienst für Diagnose und Behandlung
Krankenhaus Meran, Rossinistr. 1, Meran
Trakt E (Eingang Reha-Gebäude), Parterre, Tel.: 0473 267 000
E-Mail: psychiatrie@sabes.it

Zentrum für Psychische Gesundheit
Franziskusstraße 1, Meran, Tel.: 0473 263 600
E-Mail: zpg_mer@sabes.it
Mo – Fr von 08:30 – 17:00 Uhr

Zentrum für Psychische Gesundheit Schlanders (ZPG)
Hauptstr. 134, Wohnheim “Bahnhof”, Tel.: 0473 736 690
E-Mail: zpg-schl@sabes.it
Mo – Fr von 8:30 – 12:00 und von 13:00 – 17:00 Uhr

Videos zum Thema

Über Depression reden:
Depression hat viele Gesichter. Jeder erlebt die Erkrankung und den Umgang mit Depression anders. Diverse Videos und Informationen zum Thema Depression findest du auf der Seite:
https://www.die-mitte-der-nacht.de/home
Mit freundlicher Genehmigung Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Artikel zum Thema

Downloads

Artikel entnommen aus: salto.bz

Artikel entnommen aus: salto.bz

Artikel entnommen aus: salto.bz

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Herausgeber:
Autonome Provinz Bozen, Assessorat für Gesundheits und Sozialwesen
Amt für Gesundheitssprengel
RAI Sender Bozen

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Autonome Provinz Bozen, Assessorat für Gesundheits und Sozialwesen
Amt für Gesundheitssprengel
RAI Sender Bozen

Herausgeber:
Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Amt für Gesundheitssprengel

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Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Amt für Gesundheitssprengel

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