I bin ONDERSCH
Gender
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Gender – I bin ondersch! Und sell passt!

Über die Vielfalt von Beziehungen, Identitäten und Sexualitäten

Kein Mensch gleicht dem anderen. Wir sind alle anders!

Des isch jo a Homo!                                                  Schaug dir de Tunte mol un!

Wenn mein Bua schwul isch, wert er enterbt!

De Kampflesbe hat in richtign Monn no nit getroffen!   

    De Transe isch jo richtig grausig.                            Des isch mol fix a Zwitter!

Das alles sind abwertende Aussagen, die auch du kennst und die viele von uns schon mal, ob bewusst oder unbewusst, getätigt haben. Unterlassen wir solche Aussagen! Sie haben in einer offenen Gesellschaft nichts zu suchen! Mensch bleibt immer Mensch!

Die Sexuelle Entwicklung

Die sexuelle Entwicklung eines jeden Menschen beginnt direkt mit der Geburt.
Mit etwa drei Jahren entdecken Kinder, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt und es festigt sich ihre eigene Geschlechtsidentität (männlich, weiblich, divers, …).
Im Alter von fünf bis sechs Jahren entwickeln Kinder verstärkt ihre eigene Identität und sie probieren, zum Beispiel durch Verkleiden, andere Rollen aus. Sie werden sich ihrer Geschlechtsidentität bewusst und ab diesem Zeitpunkt ist das jeweils andere Geschlecht „doof“ – Jungs beschränken ihre Freundschaften auf Jungs und Mädchen auf Mädchen.  Kinder, die sich weder der männlichen noch der weiblichen Kategorie angehörig fühlen, erleben diese Zeit meistens als sehr belastend, weil sie sich nirgends dazugehörig fühlen.
Im Grundschulalter werden vom Körper die ersten Sexualhormone ausgeschüttet. Sie sind die Vorboten für die Geschlechtsreife in der Pubertät.
Diese beginnt bei Mädchen mit etwa zehn Jahren, und bei den Jungs etwa ein Jahr später und endet spätestens mit dem 20. Lebensjahr. In der Pubertät wächst das gefühlsmäßige Interesse am anderen und/oder eigenen Geschlecht wieder. In dieser Phase schüttet der Körper die Geschlechtshormone Testosteron (Jungen) und Östrogen (Mädchen) aus, die körperliche und psychische Veränderungen bei den Heranwachsenden auslösen. Bei Mädchen entwickeln sich Brüste und sie bekommen ihre erste Regelblutung. Jungs kommen in den Stimmbruch, ihr Penis wächst und in den Hoden bilden sich Spermienzellen.
In dieser Zeit verlieben sich die meisten Teenager zum ersten Mal und sammeln erste sexuelle Erfahrungen: Küssen, Petting, (gegenseitiges) Masturbieren… Sexuelle Phantasien und Träume nehmen zu, manche erleben ihren ersten Geschlechtsverkehr. Dabei muss es sich nicht immer um Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht handeln, viele Jugendliche machen romantisch/sexuelle Erfahrungen auch mit dem gleichen Geschlecht. Sie probieren sich aus. Meist merken Jugendliche bereits in der Pubertät, welche Partnerschaftsorientierung ihnen entspricht (gleichgeschlechtlich orientiert, verschiedengeschlechtlich orientiert, bisexuell orientiert).

Kurzdefinition Gender

Die Geschlechtsidentität beschreibt das subjektive Zugehörigkeitsempfinden zu einem Geschlecht. Menschen können sich zu einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen, auch wenn sie diesem äußerlich nicht zu entsprechen scheinen. Gender bzw. das soziale Geschlecht meint die Normen und Erwartungen, die in einer bestimmten Gesellschaft oder Kultur mit der Rolle der Frau bzw. des Mannes verbunden sind, was also als „weiblich“ bzw. „männlich“ definiert wird (z. B. hinsichtlich Kleidung, Auftreten, Verhalten). Aus dem englischen wurde der Begriff „Gender“ übernommen, um die Dimensionen des sozialen (englisch: Gender) und biologischen (englisch: sex) Geschlecht zu trennen. (Text entnommen aus dem Bildungsserver Berlin Brandenburg)

Die geschlechtliche Vielfalt

In unserer Gesellschaft wird meist selbstverständlich davon ausgegangen, dass es nur zwei Geschlechter gibt, dass sich Menschen automatisch mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren und dass sich Menschen heterosexuell verlieben. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt anzuerkennen bedeutet jedoch, auch LGBTIQA+-Lebensweisen mitzudenken:
L = lesbian, lesbisch
G = gay, schwul
B = bisexual, bisexuell
T = transgender, transgeschlechtlich
I = intersexual, intergeschlechtlich
Q= Queer (auflösen der Geschlechtskategorien männlich-weiblich)
A= asexuell
+ = alle weiteren verschiedenen Identitäten und Orientierungen

Einige Menschen mit LGBTIQA+ Lebensweisen bezeichnen sich auch als „queer“. Dabei handelt es sich um Menschen, die Heteronormativität und Rollenklischees ablehnen und die das Leben in einer Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und sexueller Praxen bevorzugen. 5-10 % aller Menschen sind „queer“. Somit finden sich im Umfeld eines jeden von uns Menschen, die sich selbst im Bereich LGBTIQA+ verorten.

Trans*Gender: Überbegriff für alle Phänomene, bei denen Geschlechtergrenzen in Frage gestellt und überschritten werden.

In-Between: Menschen, die ihre Zuweisung auf eine männliche oder weibliche Rolle ablehnen und sich zwischen den Geschlechtern identifizieren.

non-binary: Menschen, die das zweigeschlechtliche Konstrukt (männlich/weiblich) ablehnen und sich jenseits der Geschlechtergrenzen verorten.

Androgyn: Vereinigung männlicher und weiblicher Merkmale. Menschen, die sich bewusst als nicht geschlechtlich zugeordnet darstellen oder anderen Menschen so erscheinen (körperliche Erscheinung, Geschlechtsausdruck, Verhalten).

Trans*Geschlechtlichkeit: Die subjektiv empfundene Geschlechtsidentität stimmt nicht mit dem biologischen Geschlecht überein. Trans*Mann Trans*Frau

Hermaphroditen: (Inter*Sexualität oder Inter*Geschlechtlichkeit) Das äußere Geschlecht (Hodensack, Penis, Klitoris, Scheide), das innere Geschlecht (Samenleiter, Hoden, Eierstöcke, Uterus) und/oder die Geschlechtschromosomen stimmen nicht überein. Sie können beide Geschlechtsorgane, auch unterschiedlich ausgeprögt, aufweisen. Aufgrund von genetischen, anatomischen, chromosomalen und/der hormonellen Besonderheiten sind sie nur schwer einem der beiden Geschlechter zuordenbar.

Crossdressing/Transvestitismus: Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen die Kleidung des anderen Geschlechts anziehen, jedoch nicht unbedingt ein Leben im anderen Geschlecht anstreben.

Dragqueen/Dragking: Anatomisch eindeutige Männer oder Frauen, die das jeweils andere Geschlecht parodistisch in einer extrem überzeichneten Weise darstellen.

Cismann/Biomann – Cisfrau/Biofrau: (Cis*Gender/Zissexuelle) Menschen, deren biologisches Geschlecht mit dem Identitätsgeschlecht übereinstimmt.

Das alles hat nichts mit Partnerschaftsorientierung zu tun.

Die Partnerschaftsorientierung

Vielleicht fühlst du dich zum anderen Geschlecht hingezogen, vielleicht auch zum Eigenen oder du empfindest mehrere Geschlechter attraktiv. Das geht vielen Menschen so und war immer schon so; zu allen Zeiten und in allen Kulturen.

Sexualität ist vielfaltig und gerade wenn es um dein eigenes Liebesleben geht, zählen ganz individuelle Empfindungen und Wünsche. Egal, welche Partnerschaftsorientierung du hast, ob du zum Beispiel lesbisch oder schwul, bisexuell oder heterosexuell bist.

Die eigene Sexualität ist beeinflusst von subjektiven Erfahrungen, Sozialisationsformen und Wertvorstellungen.

Heterosexualität/verschiedengeschlechtlich

Heterosexuelle Menschen fühlen sich von Menschen des anderen Geschlechts angezogen. Heterosexualität wird in unserer Gesellschaft oft als Norm angesehen.

Homosexualität/schwul/lesbisch/gleichgeschlechtlich
Homosexualität ist die Liebe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist keine Erscheinung der Neuzeit, es gab sie schon immer. In unserer Gesellschaft wurde früher wurde gleichgeschlechtliche Liebe als Verbrechen oder Sünde geahndet.

Bisexualität
Bisexuelle Menschen gehen Beziehungen und sexuelle Kontakte zu beiden Geschlechtern ein und fühlen sich sowohl von Männern und auch von Frauen emotional und/oder sexuell angezogen.

Asexualität
Asexuelle Menschen kennen keine sexuelle Anziehung, unabhängig von deren Geschlecht. Es handelt sich um eine Abwesenheit des Verlangens nach sexueller Interaktion, schließt diese aber nicht gänzlich aus. Wohl ist aber eine romantische Beziehung möglich.

Pansexualität
Pansexuelle Menschen fühlen sich zu allen Identitäten hingezogen. Es handelt sich um eine romantische, emotionale, sexuelle, physische und spirituelle Anziehung zu Menschen, unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht, ihrer Identität und/oder ihrer Partnerschaftsorientierung.

 

Es ist nicht wichtig, sich in eine bestimmte Kategorie zu pressen. Menschen verlieben sich in andere Menschen, unabhängig von Geschlecht und Identität. Und das ist auch gut so.

Du erkennst dich wieder?

Menschen aus dem Spektrum LGBTIQA+ haben bereits in jungen Jahren ein weit höheres Risiko als die Durchschnittsbevölkerung, einen Suizidversuch durchzuführen. Bei schwulen oder lesbischen Menschen ist das Risiko um das Dreifache erhöht. Bei Transgendern ist um das sechsfache höher als bei ihren gleichaltrigen, heterosexuellen Jugendlichen.

Du fühlst dich angesprochen, bist dir deiner Empfindungen unsicher und weißt nicht weiter?
Hole dir Hilfe, sprich mit Fachpersonen. Tu es, damit du glücklich werden kannst.  

Die Wandlung vom Mädchen zum Jungen

Julian Kuen wurde 1996 als Stephanie geboren und ist 18 Jahre lang als Mädchen aufgewachsen. Er erzählt seine berührende Geschichte über sein Leben. Über das Geboren sein im falschen Körper, sein Coming Out, den Umgang von Freunden und Famile mit der Situation und von seinem Weg vom Mädchen zum Mann.

Morgentelefon des Rai Sender Bozen

Über das Thema Intergeschlecht und Intergeschlechtliche Menschen spricht Dr. Michael Peintner mit Markus Kaserer im Rai Morgentelefon.

Hier erhältst du Hilfe

Liste der Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen in Südtirol
Homepage: http://bit.ly/2sw1NEP

Young & Direct
Tel.: 0471 1551551, WhatsApp: 345 0817 056
Homepage: https://www.young-direct.it/de/; E-Mail: online@young-direct.it
Montag bis Freitag von 14.30 bis 19.30

Telefonseelsorge der Caritas
Tel.: 0471 052 052
Homepage: http://bit.ly/37KWku8
(täglich rund um die Uhr, auch sonn- und feiertags)
Online Beratung: www.telefonseelsorge-online.bz.it

telefono amico BZ
Tel.: 800 851097
Homepage: http://www2.telefonoamico.it/; Onlineberatung: mail@mica auf www.telefonoamico.it
täglich von 15.00 bis 00.00

Familienberatungsstellen:

Familienberatung fabe
Rennweg 6, Meran, Tel.: 0473 210612
Homepage: https://familienberatung.it/; E-Mail: meran@familienberatung.it
Telefonzeiten und Öffnungszeiten ohne Terminabsprache:
Mo 11-12 Uhr; Di 10-12 Uhr; Mi 11-12 Uhr; Do 10-12 Uhr
Mo – Do 15-16 Uhr

Lilith Meran
Marlinger Straße 29, Meran, Tel.: 0473 212545
Homepage: https://lilithmeran.com/; E Mail: info@lilithmeran.com

PM Kolbe
Freiheitsstraße, 106, Meran, Tel.: 0473 233411
Homepage: https://www.consultoriokolbe.it/?lang=de; E Mail: kolbemerano@yahoo.it

LGBTI+ Vereinigung Arcigay Südtirol – Centaurus Bozen  Homepage: https://centaurus.org/de/

Sexualberater*innen in Südtirol
Dr. Michael Peintner Bruneck https://www.michaelpeintner.com (Beratung auch online)

Dr. Evelyn Mahlknecht Bozen https://www.sexualberatung.it/

Dr. Hartmann Raffeiner Naturns hartmann-raffeiner.it

Liste Psycholog*innen Südtirol
Homepage: http://www.psibz.org/suche-mitglieder/mitgliederverzeichnis.html

Liste Sexualpädagog*innen Südtirol
Homepage: https://www.sexualpaedagogik.it

 

Die Seite Gender wurde mit freundlicher Unterstützung von Dr. Michael Peintner erstellt.

Artikel zum Thema

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Artikel aus: salto.bz

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Herausgeber:
Bundeszentrae für gesundheitliche Aufklärung, Köln
https://www.bzga.de/

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CENTAURUS
Schwul-Lesbische Initiative Südtirol, Bozen
info@centaurus.org

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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
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© Südtiroler Jugendring, Young+Direct,  Bozen
https://www.young-direct.it/de/

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BzGA Köln
https://www.bzga.de/infomaterialien/

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Tageszeitung, Artikel 2016
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